Wertsachenliste erstellen: So dokumentieren Sie Uhren, Schmuck und Gold richtig
Die meisten Menschen wissen nicht, was in ihrer Schmuckschatulle liegt. Nicht ungefähr – sondern konkret: welches Stück, welches Material, welches Gewicht, welcher Wert. Das fällt erst auf, wenn jemand danach fragt. Und das tut fast immer die Versicherung, nach einem Einbruch.
Wir sehen das in unserem Geschäft in Worb regelmässig. Jemand steht vor uns, die Wohnung wurde aufgebrochen, und die Fragen der Versicherung lassen sich nicht beantworten. Keine Fotos, keine Belege, keine Seriennummer. Am Ende wird geschätzt, und geschätzt wird selten zu Ihren Gunsten.
Dabei ist die Lösung kein grosser Aufwand. Sie ist nur lästig genug, dass sie niemand macht. Deshalb haben wir ein Werkzeug gebaut, das den lästigen Teil übernimmt, und stellen es kostenlos zur Verfügung.
Warum eine Liste im Kopf nicht reicht
Nach einem Schaden verlangt die Versicherung in der Regel vier Dinge: eine genaue Beschreibung des Gegenstands, einen Nachweis, dass er Ihnen gehörte, eine Angabe zum Wert und den Polizeirapport. Die ersten drei Punkte entstehen nur vorher.
Dazu kommt ein zweites Problem, das fast alle übersehen. In der Hausratversicherung gilt für Wertsachen eine eigene Obergrenze, die deutlich unter der Versicherungssumme für den gesamten Hausrat liegt. Viele Policen begrenzen zusätzlich den Betrag pro einzelnem Gegenstand. Wer eine Uhr besitzt, die über dieser Einzelstücklimite liegt, bekommt im Schadenfall nur den Betrag bis zur Grenze – auch wenn die Gesamtlimite bei weitem nicht ausgeschöpft ist.
Ob Sie betroffen sind, wissen Sie erst, wenn Sie beide Zahlen nebeneinander haben: Ihre Werte und Ihre Limiten.
So gehen Sie vor
Schritt 1: Alles auf den Tisch
Nehmen Sie sich einen Abend. Leeren Sie Schatulle, Schublade und Tresor. Sie werden Stücke finden, an die Sie seit Jahren nicht gedacht haben – genau die fehlen später auf jeder Liste.
Schritt 2: Fotografieren
Pro Stück zwei Bilder: eine Gesamtansicht und ein Detail. Bei Uhren ist das Detail der Gehäuseboden mit der Seriennummer, bei Schmuck die Punze, also der Feingehaltsstempel an der Innenseite. Fotografieren Sie bei Tageslicht vor einem einfarbigen Hintergrund. Eine Münze daneben zeigt die Grösse.
Schritt 3: Material und Gewicht
Die Zahl in der Punze sagt den Feingehalt: 750 bedeutet 75 Prozent Gold, 585 entspricht 14 Karat, 925 steht für Sterlingsilber. Eine Küchenwaage mit Gramm-Anzeige reicht für den Anfang. Bei Stücken mit Steinen notieren Sie, was Sie wissen – auch «ein Stein, vermutlich Diamant» ist besser als nichts.
Schritt 4: Werte eintragen
Halten Sie fest, was Sie bezahlt haben, und daneben, was das Stück heute wert ist. Beides darf weit auseinanderliegen. Bei Goldschmuck aus früheren Jahren liegt der heutige Materialwert oft deutlich über dem damaligen Kaufpreis. Wichtig ist, dass Sie notieren, woher Ihre Wertangabe stammt und von wann sie ist.
Schritt 5: Die Police danebenlegen
Suchen Sie die Limiten heraus. Finden Sie sie nicht, rufen Sie an und fragen Sie nach der Limite für Uhren und Schmuck, nach der Einzelstücklimite und danach, ob Diebstahl auswärts gedeckt ist. Lassen Sie sich die Antwort schriftlich geben.
Schritt 6: Ausdrucken
Ein PDF auf dem Computer nützt wenig, wenn nach einem Einbruch auch der Computer weg ist. Drucken Sie die Liste aus und legen Sie sie zu Ihren übrigen wichtigen Unterlagen – nicht in den Tresor zu den Wertsachen.
Was das Werkzeug abnimmt
Genau diese sechs Schritte führt unser Wertsachendossier der Reihe nach durch. Es hat eigene Felder für Uhren, Schmuck sowie Edelmetalle und Münzen, nimmt die Fotos direkt auf, rechnet den Materialwert aus Feingehalt, Gewicht und dem aktuellen Metallpreis aus und stellt Ihre Werte am Ende den Limiten aus Ihrer Police gegenüber. Liegt ein Stück über der Einzelstücklimite, sagt es Ihnen das mit Namen.
Ausserdem trennt es für die Steuererklärung, was getragen wird, von dem, was als Wertanlage gehalten wird. Getragene Uhren und üblicher Schmuck sind von der Vermögenssteuer befreit, Edelmetalle wie Barren und Anlagemünzen dagegen nicht.
Am Schluss erstellen Sie ein mehrseitiges PDF mit Übersicht, Objektblättern und Fotos.
Es kostet nichts und wir sehen nichts
Das Dossier ist kostenlos und verlangt keine Anmeldung. Alle Angaben und Fotos bleiben im Speicher Ihres Browsers, auf Ihrem eigenen Gerät. Es wird nichts an uns oder an Dritte übermittelt – wir haben keinen Zugriff auf Ihre Daten und wollen ihn auch nicht.
Das hat eine Kehrseite, die Sie kennen sollten: Wenn Sie die Websitedaten Ihres Browsers löschen oder das Gerät wechseln, sind die Eingaben weg. Deshalb gibt es die Schaltfläche «Dossier sichern». Sie lädt eine Datei mit allem herunter, die Sie später wieder einlesen können, auch auf einem anderen Gerät.
Jetzt Wertsachendossier erstellen
Wenn Sie Werte nicht einschätzen können
Für Schmuck und Edelmetalle nehmen wir auf Anfrage Schätzungen vor. Bei Uhren hängt es vom Modell ab, was sich seriös sagen lässt. Kommen Sie mit Ihren Stücken und allfälligen Zertifikaten in unser Geschäft an der Bernstrasse 28 in Worb – wir schauen gemeinsam, was sinnvoll ist.
Und wenn Sie beim Sortieren merken, dass eine Uhr seit Jahren stillsteht oder ein Verschluss nicht mehr hält: Das erledigen wir in unserer eigenen Werkstatt.
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Häufige Fragen
Wie erstelle ich eine Wertsachenliste für die Versicherung?
Erfassen Sie jedes Stück einzeln mit zwei Fotos, Material, Gewicht und einer Wertangabe mit Quelle und Datum. Legen Sie anschliessend Ihre Police daneben und vergleichen Sie die Summen mit den Limiten. Unser Wertsachendossier führt Sie durch diese Schritte.
Was kostet das Wertsachendossier?
Nichts. Es ist kostenlos und bleibt es. Wer die Arbeit dahinter unterstützen möchte, kann freiwillig etwas beitragen.
Muss ich mich anmelden oder ein Konto erstellen?
Nein. Sie öffnen die Seite und beginnen. Es werden keine Daten an uns übermittelt.
Wo werden meine Fotos gespeichert?
Im Speicher Ihres Browsers, auf Ihrem eigenen Gerät. Wir haben keinen Zugriff darauf. Sichern Sie Ihr Dossier regelmässig als Datei, damit nichts verloren geht.
Funktioniert das auf dem Handy?
Ja. Die Fotos können Sie direkt mit der Kamera aufnehmen. Auf iPhone und iPad wählen Sie beim Sichern «In Dateien sichern».
Was ist eine Einzelstücklimite?
Eine Grenze, die pro einzelnem Gegenstand gilt, zusätzlich zur Gesamtlimite für Wertsachen. Liegt ein Stück darüber, wird im Schadenfall nur bis zu dieser Grenze entschädigt. Solche Stücke müssen meist separat angemeldet werden.
Wie oft sollte ich die Liste aktualisieren?
Einmal jährlich, dazu nach jeder Neuanschaffung und nach jeder neuen Schätzung. Bei Edelmetall lohnt ein Blick auf den Wert auch dann, wenn sich sonst nichts geändert hat.
Ersetzt das Dossier eine Schätzung?
Nein. Es rechnet ausschliesslich mit Ihren eigenen Angaben und ist eine Dokumentationshilfe, keine Bewertung. Für eine Schätzung kommen Sie zu uns nach Worb.
Dieser Beitrag ist eine allgemeine Orientierung und keine Versicherungs- oder Steuerberatung. Massgebend sind Ihre Police und die Bedingungen Ihrer Gesellschaft.