Uhrenarmband wechseln: Anleitung in 5 Schritten
Ein neues Uhrenarmband ist die günstigste Art, einer Uhr ein neues Gesicht zu geben. Der Wechsel dauert wenige Minuten – vorausgesetzt, man kennt die richtige Grösse und geht beim Ausbau richtig vor. Dieser Beitrag zeigt Schritt für Schritt, wie Sie die Bandbreite messen, welches Werkzeug Sie brauchen und woran der Wechsel am häufigsten scheitert.
Schritt 1: Die Bandbreite messen
Die Bandbreite ist das mit Abstand wichtigste Mass. Gemeint ist der Abstand zwischen den beiden Bandhörnern der Uhr – also die Öffnung, in die das Band eingesetzt wird. Nicht gemeint ist die Breite des alten Bandes an der Schliesse; die ist meist zwei bis vier Millimeter schmaler.
So gehen Sie vor:
- Nehmen Sie das alte Band ab oder messen Sie bei liegender Uhr zwischen den Hörnern.
- Legen Sie ein Lineal mit Millimeterteilung an und messen Sie von Innenkante zu Innenkante.
- Runden Sie auf die nächste gerade Zahl. Übliche Masse sind 12, 14, 16, 18, 20, 22 und 24 Millimeter.
Ungerade Masse wie 17, 19 oder 21 Millimeter kommen vor, vor allem bei Swatch und bei älteren Schweizer Uhren. Wenn Sie ein ungerades Mass messen, haben Sie sich also nicht zwingend verzählt.
Wenn kein Lineal zur Hand ist
Viele Bänder tragen die Breite auf der Rückseite eingeprägt, meist zusammen mit der Marke. Steht dort eine 18, passt ein 18-mm-Band. Zwei Zahlen wie „20/16" bedeuten: 20 Millimeter am Anstoss, 16 an der Schliesse.
Schritt 2: Die passende Länge wählen
Die Länge wird seltener beachtet, entscheidet aber über den Tragekomfort. Üblich sind drei Grössen:
- S mit rund 110 mal 70 Millimetern – für zierliche Handgelenke bis etwa 17 Zentimeter Umfang
- M mit rund 120 mal 82 Millimetern – die Standardlänge, passend bis etwa 19 Zentimeter
- L mit rund 130 mal 90 Millimetern und XL mit 140 mal 100 – ab 19 beziehungsweise 21 Zentimetern
Wer beim alten Band immer im letzten Loch geschlossen hat, greift zur nächstgrösseren Länge. Wer im ersten Loch schliesst und ein langes Bandende überstehen hat, zur kleineren. Eine Übersicht der längeren Ausführungen finden Sie in unserer Kollektion Uhrenarmbänder in Länge L und XL.
Schritt 3: Das Werkzeug
Für den Wechsel brauchen Sie ein Federstegwerkzeug. Es kostet wenige Franken und hat zwei Enden: eine Gabel zum Eindrücken des Stegs und eine Spitze für schwer zugängliche Stellen. Ein Küchenmesser oder eine Schere sind keine Alternative – damit verkratzt man das Gehäuse fast zwangsläufig.
Zusätzlich empfehlenswert: ein weiches Tuch als Unterlage, damit die Uhr nicht wegrutscht und das Glas geschützt ist.
Schritt 4: Das alte Band ausbauen
- Legen Sie die Uhr mit dem Zifferblatt nach unten auf das Tuch.
- Schieben Sie die Gabel des Werkzeugs zwischen Band und Bandhorn, bis sie den Federsteg fasst.
- Drücken Sie den Steg zusammen und kippen Sie das Band vorsichtig heraus.
- Wiederholen Sie den Vorgang auf der anderen Seite.
Bei manchen Uhren gibt es an der Aussenseite der Bandhörner kleine Bohrungen. Dann lässt sich der Steg von aussen mit der Spitze des Werkzeugs eindrücken – das ist die einfachere Variante.
Schritt 5: Das neue Band einsetzen
Setzen Sie den Federsteg zuerst auf einer Seite in die Bohrung ein. Drücken Sie dann die andere Seite zusammen und führen Sie das Band an seinen Platz. Ein leises Klicken zeigt an, dass der Steg eingerastet ist.
Wichtig: Ziehen Sie anschliessend kräftig am Band. Was jetzt hält, hält auch im Alltag. Was sich löst, hätte Ihre Uhr sonst irgendwann auf den Boden fallen lassen.
Die häufigsten Fehler
- Falsch gemessen: Die Breite an der Schliesse statt am Anstoss genommen. Das Band ist dann zu schmal und wackelt.
- Ohne Werkzeug gearbeitet: Kratzer an den Bandhörnern sind praktisch unvermeidlich und lassen sich nur durch Polieren entfernen.
- Federsteg nicht eingerastet: Der häufigste Grund für verlorene Uhren. Immer nachziehen.
- Alten Federsteg wiederverwendet: Die Federn ermüden. Bei einem neuen Band gehören neue Stege dazu.
Sonderfälle
Uhren mit festem Steg
Manche Uhren haben einen fest angelöteten Steg. Dort lässt sich kein gewöhnliches Band einsetzen. Die Lösung sind offene Bänder zum Kleben: Die Lasche wird um den Steg gelegt und anschliessend verklebt oder vernäht.
Swatch-Uhren
Swatch verwendet einen eigenen Anstoss mit Schlagstift statt Federsteg. Passende Modelle finden Sie unter Uhrenarmbänder für Swatch-Uhren.
Durchzugsbänder
Bei einem Durchzugsband bleiben die Federstege an Ort und Stelle. Das Band wird einfach darunter hindurchgezogen – der schnellste Wechsel überhaupt und ganz ohne Werkzeug.
Womit weitermachen?
Wenn Breite und Länge feststehen, geht es an die Materialwahl. Für den klassischen Auftritt eignet sich Kalbsleder wie das Softina mit 146 Varianten oder das Moda in fünfzehn Farben. Wer viel schwitzt oder Sport treibt, fährt mit Silikon oder Kautschuk besser. Und wer es besonders unkompliziert mag, nimmt ein Perlon-Durchzugsband mit Breiten von 6 bis 26 Millimetern.
Häufige Fragen
Wie messe ich die Bandbreite richtig?
Zwischen den beiden Bandhörnern, von Innenkante zu Innenkante, in Millimetern. Nicht an der Schliesse messen – dort ist das Band meist schmaler.
Was kostet ein Bandwechsel im Fachgeschäft?
Bei uns ist die Montage beim Kauf eines Bandes inbegriffen. Bringen Sie die Uhr einfach mit.
Kann ich jedes Band an jede Uhr montieren?
Nein. Neben der Breite entscheidet die Bauart: feste Stege brauchen offene Bänder, Swatch-Uhren einen eigenen Anstoss, und einzelne Marken verwenden geschwungene Anstösse, die nur Originalbänder aufnehmen.
Wie oft sollte ich das Band wechseln?
Ein Lederband hält bei täglichem Tragen ein bis zwei Jahre. Wenn die Kanten aufreissen, das Leder hart wird oder es zu riechen beginnt, ist es Zeit.
Brauche ich neue Federstege?
Bei einem neuen Band ja. Die Federn der alten Stege ermüden mit den Jahren, und ein gebrochener Steg lässt die Uhr fallen.
Sie sind unsicher, welche Grösse Ihre Uhr braucht? Bringen Sie sie in unserem Geschäft in Worb vorbei – wir messen nach und montieren gleich vor Ort.